Der Arbeitsbereich Kultur- und Geschlechtergeschichte am Institut für Geschichte lädt herzlich ein zum Kulturhistorischen Salon !
Natur – Macht – Kolonialität Sammlungspraktiken der Habsburger Monarchie.
Mit: Teresa Mocharitsch (Graz)
WANN: Donnerstag, 8. Oktober 2026, 17:00 Uhr
WO: Lesesaal der FB Geschichte, Adresse: Fachbibliothek Geschichte, Heinrichstraße 26/4, 8010 Graz & Online
Link: https://unimeet.uni-graz.at/b/sar-thr-vt1-hfp)
KONTAKT: genderhistory(at)uni-graz.at
Abstract:
Botanische Sammlungsreisen galten lange Zeit als Ausdruck des europäischen Aufklärungsgedankens und als objektive Versuche, die Welt systematisch zu erfassen. In der aktuellen Forschung stehen jedoch zunehmend sowohl die kolonialen Rahmenbedingungen dieser Unternehmungen als auch die inhärente Kolonialität der Sammlungsstrategien und botanischen Klassifizierungssysteme im Fokus. Teresa Mocharitsch analysiert am Beispiel des Südafrika-Aufenthalts der zwei Gärtner Franz Boos und Georg Scholl Ende des 18. Jahrhunderts, wie sich die Habsburger Monarchie in diesem Spannungsfeld positionierte. In ihrem Vortrag behandelt sie nicht nur den offiziellen Auftrag des Wiener Hofs und die kolonialen Rahmenbedingungen der Reise, sondern auch die Hierarchisierung von Wissenssystemen und Arbeit sowie die Nachwirkungen der entstandenen Sammlung
Teresa Mocharitsch ist seit Dezember 2025 Postdoc Track-Stipendiatin am Arbeitsbereich Kultur- und Geschlechtergeschichte und forscht zu österreichischen Aktivitäten in kolonialen Netzwerken am Beispiel eines österreichischen Gärtners in Südafrika Ende des 18. Jahrhunderts. Neben ihrer akademischen Laufbahn ist sie seit mehreren Jahren in der Museumsarbeit tätig, seit 2025 als Sammlungskuratorin im Museum für Geschichte des Universalmuseums Joanneum.