Laura Hochsteiner
“Female Blindscapes of (Democratic) Care: Close Reading Recent North-American Memoirs by Blind Women”
Abstract
Seit den 90er-Jahren sind reihenweise Memoiren von Menschen mit Behinderungen erschienen. Auch die Literaturwissenschaft setzt sich intensiv mit diesen Life Narratives auseinander. Obschon die Lebensrealitäten von Frauen mit Behinderungen gut erforscht sind, haben sie im Verlauf ihres Lebens im Vergleich zu Männern mit Behinderungen und Frauen ohne Behinderungen noch immer mit tiefgreifenderen Benachteiligungen und Diskriminierungsformen zu kämpfen. Aus ihrer intersektionalen Stellung erwächst aber auch ein großes resilientes und subversives Potenzial. Aufbauend auf diesen Überlegungen und dem Forschungsstand untersucht meine Dissertation, wie die Memoiren von Frauen, die mit Sehbehinderung oder Blindheit leben, ihre Behinderungen im heutigen nordamerikanischen Kontext erzählen und wie das Konzept von Care sich auf verschiedenen (textuellen) Ebenen manifestiert. Innerhalb und sogar zwischen den Memoiren entstehen, wie ich argumentiere, Räume demokratischer Care, in denen sich Care über den Lebensverlauf in unterschiedlichen Ausprägungen zeigt. Diese Care-Räume sind textuell in „female blindscapes“ (ein von mir geprägter Begriff) eingebettet. Im Zuge der literaturwissenschaftlichen Betrachtung der Primärtexte wird ein besonderes Augenmerk auf Intersektionalität (nicht nur im Hinblick auf Gender) gelegt. Insgesamt ist die Dissertation an der Schnittstelle von Disability Studies, Age Studies und Care Studies anzusiedeln.
Anstellung: Zentrum für Interdisziplinäre Alterns- und Care-Forschung (CIRAC)
Betreuung: Univ.-Prof. Mag. Dr.phil. Ulla Kriebernegg