Emina Saric
Zwischen Anspruch und Anpassung: Erwartungshaltungen gegenüber der Mehrheitsgesellschaft im Integrationsprozess von Frauen der ersten und zweiten Generation aus dem Balkan
Abstract
Das Dissertationsprojekt untersucht Integrationsprozesse von Frauen der ersten und zweiten Generation aus dem Balkanraum in Österreich und fragt danach, wie sich Erwartungshaltungen gegenüber der österreichischen Mehrheitsgesellschaft im generationellen Vergleich unterscheiden. Im Zentrum steht die Annahme, dass Integration nicht allein als äußerer, struktureller Prozess verstanden werden kann, sondern ebenso innere, emotionale und identitätsbezogene Aushandlungen umfasst.
Ausgehend von einem interdisziplinären Zugang, der kulturanthropologische, migrationssoziologische sowie feministische und intersektionale Perspektiven verbindet, analysiert das Projekt die Wechselwirkungen zwischen Herkunftskontext, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und individueller Identitätsbildung. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Unterschieden zwischen Frauen der ersten Generation, die selbst migriert sind, und Frauen der zweiten Generation, die in Österreich geboren oder aufgewachsen sind, insbesondere im Hinblick auf Anpassungsstrategien, Anerkennungsansprüche und gesellschaftliche Teilhabe.
Empirisch basiert die Arbeit auf leitfadengestützten narrativen Interviews mit insgesamt 16 Frauen aus beiden Generationen. Die qualitative Analyse zielt darauf ab, generationenspezifische Muster, Ambivalenzen und Spannungsfelder im Integrationsprozess sichtbar zu machen. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur differenzierten Betrachtung migrantischer weiblicher Lebensrealitäten und hinterfragt homogenisierende Integrationsdiskurse.
Betreuung: Assoz. Prof. Dr.phil. Mag. Judith Laister