Zur Förderung feministischer Frauen- und Geschlechterforschung vergibt das Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck gemeinsam mit dem Landtagsklub der SPÖ Tirol alle zwei Jahre den Maria-Ducia-Forschungspreis. Die Fachjury zu überzeugen wusste in diesem Jahr Mag.a Viktoria Wind BA (Universität Graz) – mit ihrem Dissertationskonzept zu „sozialdemokratisch-militärischer Männlichkeit in Österreich“ zwischen 1914 und 1933.
Die Preisverleihung erfolgte vergangene Woche im Alten Landhaus in Innsbruck in einem feierlichen Festakt. Dabei gewährte die Preisträgerin auch Einblick in ihr akademisches Vorhaben, die Untersuchung des sozialdemokratischen Soldatenideals vom Ersten Weltkrieg bis zum Ende der Ersten Republik. Eine Konstruktion, die weder einen Krieger noch einen Aggressor, sondern einen Arbeiter und Verteidiger der Demokratie zeichnet – aber doch stets einen Mann nach patriarchalen Vorstellungen. „Der sozialdemokratische Diskurs konstruierte so ein Männlichkeitsangebot, in dem die Bilder des selbstbewussten Staatsbürgers, des organisierten Proletariers und des bewaffneten Verteidigers verschmolzen. Männer blieben also unter sich, während Frauen auch im Bild des republikanischen Soldaten als Objekte ohne Handlungsmacht, als Anhängsel des männlichen Familienernährers galten“, fasst Wind zusammen.
Der Forschungspreis, der für herausragende Diplomarbeiten oder Dissertationen aus dem Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung vergeben wird, ist benannt nach Maria Ducia (1875-1959), der ersten Frau im Tiroler Landtag und Vorkämpferin für politische Gleichstellung von und Bildung für Frauen.